Pflegedokumentation für freiberufliche DGKP in Österreich: Pflichten & Tipps
Die Pflegedokumentation ist für diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen (DGKP) weit mehr als lästige Bürokratie: Sie ist gesetzlich vorgeschrieben, dient dem Nachweis der erbrachten Leistungen und schützt Sie im Ernstfall rechtlich ab. Gerade als freiberufliche DGKP tragen Sie die volle Verantwortung für eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation.
In diesem Beitrag fassen wir zusammen, worauf es bei der Pflegedokumentation in Österreich ankommt.
Warum die Pflegedokumentation Pflicht ist
Die Dokumentationspflicht ergibt sich in Österreich unter anderem aus dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG). Danach sind Pflegepersonen verpflichtet, den Pflegeprozess nachvollziehbar zu dokumentieren. Die Dokumentation erfüllt mehrere Zwecke:
- Nachweis der durchgeführten Pflegemaßnahmen
- Kommunikation zwischen allen an der Versorgung beteiligten Personen
- Qualitätssicherung und Kontinuität der Pflege
- Rechtliche Absicherung bei Haftungsfragen
Was gehört in die Pflegedokumentation?
Eine vollständige Dokumentation orientiert sich am Pflegeprozess und enthält typischerweise:
- Stammdaten der Klient:innen
- Pflegeanamnese und Einschätzung der Ressourcen und Probleme
- Pflegeziele und geplante Maßnahmen
- Durchführungsnachweise der einzelnen Leistungen
- Verlaufsdokumentation mit relevanten Beobachtungen
- Evaluation der Wirksamkeit der Pflege
Jeder Eintrag sollte zeitnah, sachlich und mit eindeutiger Zuordnung zur dokumentierenden Person erfolgen.
Häufige Fehler vermeiden
In der Praxis führen vor allem diese Punkte zu Problemen:
- Nachträgliche oder verspätete Einträge ohne Kennzeichnung
- Unvollständige oder unleserliche Dokumentation auf Papier
- Fehlende Nachvollziehbarkeit, wer wann was dokumentiert hat
Grundsatz: Was nicht dokumentiert ist, gilt im Zweifel als nicht durchgeführt.
Praktische Tipps für den Alltag
- Dokumentieren Sie möglichst direkt am Ort der Leistung, nicht erst am Abend.
- Nutzen Sie strukturierte Vorlagen, um nichts zu vergessen.
- Achten Sie auf eine klare, sachliche Sprache ohne Wertungen.
- Sorgen Sie für eine sichere Aufbewahrung und den Schutz sensibler Gesundheitsdaten gemäß DSGVO.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
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